23.04.2021Start-Ups

Ein „Kita-Imperium“ für Bamberg

Foto: Sarah Seewald

Zwei Frauen, eine gemeinsame Mission: Kitas neu denken. Sabine Weiß und Christine Lorenz wollen zusammen gründen. Und zwar eine Kita – oder vielmehr: „die Kita Bamberg“, das wird der Name sein. Die beiden sind Mitten in ihrer Reise, start.land.flow berichtet jetzt bereits das erste Mal über Weiß und Lorenz. Warum?

EDIT: Die beiden Gründerinnen haben öffentlich gemacht, dass sie fortan getrennte Wege gehen werden. Mehr zum Hintergrund und wie es für die beiden und „die Kita“ weitergeht, findet man hier in einem neueren Artikel.

Wir werden die Kita Bamberg auf ihrem Gründungsweg in den kommenden Monaten begleiten. Wir möchten das Thema „Wie gründet man eigentlich?“ am Weg des Duos aufbereiten und euch Einblicke geben in Ablauf, Struktur, Meilensteine und Schwierigkeiten, die das Gründen mit sich bringt. Weiß und Lorenz werden uns regelmäßig an ihrem Weg teilhaben lassen, sodass es alle paar Wochen Beiträge, Bilder oder Videos über den Entstehungsprozess geben wird.

Foto: Sarah SeewaldFoto: Sarah Seewald

Gegen festgefahrene Konzepte

Bevor wir thematisch richtig einsteigen, stellen wir euch die beiden, ihre Mission und den Stand der dinge auf ihrem Gründungspfad vor. Christine Lorenz ist Erzieherin und arbeitet gerade auch als solche. Außerdem bildete sie sich als Fachwirtin im Erziehungswesen weiter. Der Wunsch nach beruflicher Veränderung hat schon länger in ihr gekeimt. Während des ersten Lockdowns im März 2020 war es soweit, „da hatte ich das im Gefühl“, erzählt sie. Denn an dem Status Quo findet sie einiges nicht optimal: „Es gibt in den Kitas ein Konzept und nach diesem wird dann gearbeitet – das ist schade!“

Mit ihrer Vision von der eigenen Kita machte sich Lorenz auf zu einer Master Class bei Sabine Weiß – bis dahin kannten sich die beiden nicht. Weiß ist Kommunikationswissenschaftlerin und Sozialpädagogin und gerade selbstständig im Bereich Consulting und Coaching tätig. Davor arbeitete sie mit Kindern und Jugendlichen. Als Lorenz von ihren Gedanken über die Problemfelder in den Kitas berichtete, ging Weiß Reaktion oft in die Richtung: „Ich versteh es so sehr!“ Und deshalb beschlossen die zwei irgendwann, die Gründung zusammen anzugehen.

Eltern auf Ministühlen - Muss das sein?

Beiden ist die Art der Ernährung in den Kitas ein Dorn im Auge. Das ist ein großer Punkt, den sie verändern möchten. Ein weiterer „Pain“ für die Gründerinnen ist „die krasse Animation für introvertierte Kids“, so Weiß. Auch das Konzept Elternabend fällt komplett durch: „Das ist total überholt – mit den Eltern auf Babystühlen.“ Ihr Lösungsansatz dafür wird ein großer Online-Bereich sein, in dem neben Elternabenden auch eine breite Wissensvermittlung für den gesamten DACH-Bereich (Deutschland, Österreich und Schweiz) stattfinden soll: Expert*innensessions zu Erziehungsthemen, aber genauso Input für ein Leben als Personen außerhalb der Elternrollen.  Das Coachingangebot zur Weiterbildung wird sich dabei auch an andere Kitas oder deren Personal richten. Als weitere Säule soll irgendwann ein Shop mit geeigneten Produkten hinzukommen. Hier wird offensichtlich groß gedacht und geplant. Die Kita in der echten Welt soll klein und familiär bleiben, den geeigneten Raum dafür haben die beiden wahrscheinlich schon gefunden – dazu ein andermal mehr.

Systemfehler im sozialen Bereich

Eine Kita zu gründen, klingt eher ungewöhnlich, meist übernimmt das der Staat oder soziale Träger. Das hat viele Gründe. In der Kurzform erklärt Weiß das folgendermaßen: Die Schwellen, um privat Kitas zu gründen, seien ziemlich hoch und würden wenig übersichtlich wirken. Hinzu kommt für die Sozialpädagogin der finanzielle Aspekt: „Der soziale Bereich ist normalerweise nicht lukrativ, weil er nicht lukrativ sein darf. Das ist ein Systemfehler.“ Wie die beiden angehenden Gründerinnen versuchen, diese Probleme zu überwinden und welche Gründungsform überhaupt dafür geeignet ist, besprechen wir mit Weiß und Lorenz bald auf start.land.flow in aller Ausführlichkeit.

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