02.11.2022Ratgeber

ProkrastiNEIN! Selbstversuch zu absoluter Produktivität

Du bist Prokrastinationsprofi, Ausredenspezialist*in und Verdrägungsmeister*in? Dein Motto ist „Was du heute kannst besorgen, das gibt es auch noch morgen“? Du nennst Dich effizient statt faul und hast die Aufschieberitis? Dann gibt es im Internet unzählige Tipps und Tricks, wie Du das hinter dir lassen kannst. Das alles zu lesen, zu verstehen und die beste Möglichkeit zu finden, passt aber in der Regel so gar nicht in den Kein-Bock-Modus. Deswegen habe ich mich geopfert und teste die angeblich beste aller Methoden: Zen To Done. Was das bedeutet, wie das abläuft und was ich tun muss, erfährst du in diesem Artikel.

Wer Methoden zur Produktivitätssteigerung sucht, wird im Internet schnell fündig. Die Auswahl ist groß – zu groß. Das hat sich auch der Blogger Leo Babauta gedacht und aus „den besten Produktivitätsmethoden, die je erdacht wurden – das Beste herausgesucht“, wie er in seinem Buch schreibt. Der Experte auf den Gebieten Gewohnheitsänderung, Produktivität und Selbstmanagement hat daraus ein System mit dem Namen Zen To Done, kurz ZTD, gemacht.

ZTD besteht aus zehn Gewohnheiten, „die dabei helfen, das Leben zu vereinfachen und in den Griff zu bekommen“, so Babauta. Der Autor empfiehlt sich nur die Punkte herauszusuchen, die zu dem eigenen Lebensstil passen. Anschließend sollen die Gewohnheiten nach und nach antrainiert werden. Bis diese ein Automatismus sind, dauert es etwa 30 Tage. Zu Beginn ist es außerdem hilfreich, sich Ziele für das ganze Jahr zu setzen. Meine lauten folgendermaßen:

  1. Ordnung in meinen Dokumenten halten
     
  2. Arbeit und Freizeit nicht mischen
     
  3. Keine Termine, Geburtstage oder Aufgaben vergessen

 

Bevor ich mich in die Arbeit an mir selbst stürze, wälze ich mich durch das Buch. Babauta erklärt darin kurz die verschiedenen Gewohnheiten, wie man sich diese angewöhnt und veranschaulicht den Weg mit einer beispielhaften Tagesroutine. In den folgenden Wochen erwarten mich viele Änderungen, die ich in meinen Alltag integrieren soll. Dabei geht es um folgende zehn Gewohnheiten:

Gewohnheit Nr. 1: Sammeln

Zuerst soll ich mir ein kleines Notizbuch besorgen, in dem ich alle Gedanken festhalte, die nicht vergessen werden dürfen. Das sind Ideen, Aufgaben, Projekte, Notizen, Telefonnummern, Busfahrpläne, Meeting-Mitschriften, To-Dos und spontane Einfälle. Der Kopf soll sich mit derartigen Informationen nicht länger aufhalten. Daher werden sie direkt und unsortiert zu Papier gebracht und später organisiert.

Gewohnheit Nr. 2: Durcharbeiten

Die zweite Gewohnheit ist der Kampf gegen den virtuellen und realen Papierberg. Ziel ist es, dass sich weder im Notizbuch noch im E-Mail-Posteingang, dem Briefkasten oder dem Schreibtisch Stapel bilden. Dazu gehört zum einen täglich diese Stationen durchzuarbeiten und zum anderen dabei schnell und sofort eine Entscheidung zu treffen: Wird die Angelegenheit umgehend erledigt, auf einen konkreten anderen Zeitpunkt verschoben oder wandert sie in den Papierkorb?

Gewohnheit Nr. 3: Planen

Für jeden Monat, jede Woche und jeden Tag soll ich die wichtigsten Aufgaben in dem entsprechenden Zeitraum benennen und festlegen. Der Autor empfiehlt eine bis drei solcher Hauptaufgaben pro Tag, die man bestenfalls direkt am Morgen erledigt.

Gewohnheit Nr. 4: Handeln

Eine elementare Angewohnheit sollte werden, sich eine Aufgabe nach der anderen vorzunehmen und diese jeweils konzentriert abzuarbeiten. Dafür muss ich jede mögliche Ablenkung im Vorfeld beseitigen. Das Wichtigste: Das Handy auf lautlos stellen und am besten weit wegräumen!

Gewohnheit Nr. 5: System

Für To Dos, Einkaufslisten oder Telefonnummern soll ich einfache und übersichtliche Listen machen und diese immer auf dem neuesten Stand halten. Das ergibt ein übersichtliches System, in dem keine Aufgabe untergeht.

Gewohnheit Nr. 6: Organisieren

Ähnlich zur Gewohnheit Nummer zwei geht es auch hierbei darum, nichts aufzuschieben. Dabei hilft es jedem Input im Leben einen festen Ort zuzuweisen. Dazu gehört zum Beispiel Briefe in die passenden Ordner zu sortieren und feste Plätze für Lebensmittel zu schaffen. Durch eine feste Organisation kann alles schnell aufgeräumt werden.

Gewohnheit Nr. 7: Wochenrückblick

Am Ende jeder Woche wird überprüft, wie das System läuft und ob die Tages- und Wochenziele erreicht wurden. Darüber hinaus soll ich zusätzlich meine Jahresziele anschauen und die Fortschritte verfolgen. Einmal im Monat sowie einmal im Jahr muss ich mir Zeit für einen ausführlichen Rückblick nehmen.

Gewohnheit Nr. 8: Vereinfachen

Zu der achten Gewohnheit erklärt Babauta, dass es wichtig sei, die eigenen Ziele, Aufgaben und Verpflichtungen auf das Wesentliche zu reduzieren. Von den alltäglichen Dingen bis zu den großen Lebensprojekten soll ich die Informationen kanalisieren und Prozesse vereinfachen.

Gewohnheit Nr. 9: Routinen

Ein strukturierter Tagesablauf kann helfen produktiver zu werden. Daher soll ich eigene Routinen entwerfen und sie mir angewöhnen. Dazu gehört zum Beispiel eine strikte Morgenroutine, wann was erledigt wird oder auch ein fester Waschtag.

Gewohnheit Nr. 10: Leidenschaft

Wer alle neun Gewohnheiten in seinen Alltag integriert hat, steht vor der wohl größten Herausforderung. Es ist kein Punkt, der Prokrastination in alltäglichen Aufgaben verhindert, jedoch ein stetiger Ansporn sein kann. Die Gewohnheit zehn lautet: Finde eine Aufgabe, die dich erfüllt. Der Fokus sollte stets darauf liegen, sich selbst glücklich zu machen.

So geht es weiter

Im ersten Moment wirken die Gewohnheiten auf mich machbar. Im Wesentlichen drehen sich die meisten Aufgaben darum, feste Strukturen und Ordnung zu schaffen, um Chaos im Kopf und seinem Umfeld zu vermeiden. Die Gewohnheit Nummer fünf, ein übersichtliches System für Listen, ist schon in meinem Alltag integriert und für mich persönlich lässt sich eine klare Organisation unter Punkt sechs gut mit der zweiten Gewohnheit einüben. Abgesehen von der letzten Sonderaufgabe stehen mir also sieben Wochen mit ZTD bevor. Denn statt einem Monat pro neuer Angewohnheit widme ich mich jeweils sieben Tage lang intensiv einer Übung. Wie ich mich dabei schlage und ob es sich lohnt Zen to Done nachzumachen, erfährst Du in wöchentlichen Updates auf Instagram in Form eines kurzen Video-Tagebuchs und am Ende des Selbstversuches in einem Artikel hier auf unserer Seite.

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