27.09.2022Projekte

Projekt MOONRISE – Digitalisierung in der Region vorantreiben

Im Projekt MOONRISE haben sich 19 regionale Partner zusammengeschlossen, um die digitale Transformation gemeinsam zu meistern und die Region fit für die Zukunft zu machen. Gerade in strukturschwachen Regionen wie Oberfranken und Südwestsachsen stellt die digitale Transformation kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vor große Herausforderungen. Märkte verändern sich immer schneller durch die Digitalisierung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, schließen sich immer mehr regionale Partner in Netzwerken zusammen. Dadurch kann Wissen gebündelt und Innovationen generiert werden.

Mass Customization für produktionsnahe IT-Systeme

Eines dieser Netzwerke besteht seit 1. August 2021 als Forschungsprojekt MOONRISE. Insgesamt 19 Verbundpartner aus Oberfranken und Südwestsachsen haben sich hierfür zusammengeschlossen. Die Projektleitung übernimmt die Hochschule Hof. Konkret geht es um die Einführung produktionsnaher IT-Systeme in Unternehmensnetzwerken mittels Mass Customization (kundenindividuelle Massenfertigung). Dabei sollen Prototypen produktionsnaher IT-Systeme entwickelt werden, die aufgrund ihres modularen Aufbaus mit geringem Aufwand an die Bedürfnisse des einzelnen Unternehmens angepasst werden können.

Es gibt bei MOONRISE 6 Modellprojekte, die sich u.a. mit Manufacturing Execution Systems (MES), Retrofitting von Bestandsanlagen, Fortgeschrittene Datenanalysen, aber auch AR/VR-Lösungen oder Mobilem Arbeiten in der Produktion beschäftigen.

Nun aber Mal Klartext

Darunter könnt ihr euch noch nichts vorstellen? Wir versuchen es mit dem konkreten Fallbeispiel Retrofitting zu erklären:

Das Ziel hier ist, bestehende aber alte Produktionsanlagen nicht komplett auszutauschen, da die Neuanschaffungen von Maschinen sehr teuer sind. Wenn das bisherige Gerät also noch läuft, aber bereits 20 Jahre alt ist, kann das die digitale Transformation im Unternehmen bremsen. Statt nun eine neue Anlage zu kaufen, werden beim Retrofitting gezielte Anpassungen vorgenommen. Die Maschine wird z.B. mit modernen Sensoren oder einem neuen Interface zur Bedienung ausgestattet. So kann das Gerät gezielt digitalisiert und in die IT-Infrastruktur eingebunden werden, obwohl es bereits alt ist.

Beteiligung der Mitarbeiter*innen

Foto: Moonrise / Workshop in ChemnitzFoto: Moonrise / Workshop in ChemnitzBesonders viel Wert wird bei der digitalen Transformation daraufgelegt, die betroffenen Mitarbeiter*innen in den Veränderungsprozess miteinzubeziehen. So erarbeiten die Mitarbeitenden selbst Teilprojekte des Transformationsprozesses. Eines dieser Teilprojekte ist mobiles Arbeiten in der Produktion. Die Idee dahinter ist, dass der/die Instandhalter*in einer Maschine beispielsweise bei einer Fehlermeldung direkt über sein/ihr Smartphone benachrichtigt wird. So kann der/die zuständige Mitarbeiter*in schnell und ortsunabhängig auf maschinenspezifische Informationen zugreifen. Dadurch können Störungen schneller behoben oder sogar ganze vermieden werden. Durch die Nutzung bereits vertrauter Endgeräte wie Smartphones oder Tablets, müssen die meisten Mitarbeitenden nicht erst in eine neue Technik eingewiesen werden, sondern können die Tools direkt nutzen.

Klare Rollenverteilung bei den beteiligten Partnern

Bei den Modellprojekten gibt es verschiedene Projektpartner mit unterschiedlichen Aufgaben.  Ein Blick auf die verschiedenen Rollen hilft das Zusammenspiel und das Ziel von MOONRISE zu verstehen:

  •  Die IT-Dienstleister entwickeln produktionsnahe IT-Systeme für produzierende Unternehmen – letztere sind die sogenannten Anwendungspartner.
  • Begleitet wird dieser Entwicklungsprozess von Prozessberater*innen und Forschungspartner*innen, wie zum Beispiel Hochschulen.
  • Die beiden Unternehmensnetzwerke IT-Cluster Oberfranken e.V.  und Südwestsachsen Digital bieten dabei eine Plattform, auf der nicht nur lose Erfahrungen ausgetauscht, sondern systematisch konkrete Ideen zur digitalen Transformation der Mitglieder entwickelt werden. Außerdem sind die Unternehmensnetzwerke für die Kommunikation der Projektergebnisse zuständig, damit andere interessierte Unternehmen von dem Projekt profitieren können.

Vorteile für Partner und Region

Aus den Modellprojekten können alle beteiligten Partner einen konkreten Nutzen ziehen. Die produzierenden Unternehmen profitieren von digitalen und effizienteren Produktionsprozessen und bleiben so wettbewerbsfähig. Die IT-Dienstleister sammeln Erfahrung für die Entwicklung produktionsnaher IT-Systeme, auf die sie in anderen Projekten und Aufträgen zurückgreifen können. Den Prozessberater*innen wird innovative Software zur Verfügung gestellt, die sie für die Optimierung von Prozessen nutzen können. Darüber hinaus profitieren die beteiligten Hochschulen von einem engeren Austausch mit der regionalen Wirtschaft. Und zu guter Letzt können die Unternehmensnetzwerke neue Mitglieder gewinnen, indem sie die Projektergebnisse mit anderen interessierten Unternehmen teilen. Eine klassische Winwin-Situation für Alle also.

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