18.11.2020Wissenschaft

Informatik für Queereinsteiger*innen: Computing in the Humanities M.Sc.

Der Bachelor steht kurz vor der Vollendung, aber schon steht die nächste Qual der Wahl an: Welcher Master ist der passende? Viele denken bei der Suche wahrscheinlich eher an eine Spezialisierung des eigenen Bachelorfachgebietes. So ist das duale System meist auch aufgebaut. Zumal man schon manchmal Probleme bekommt, zu einem Master zugelassen zu werden, der eigentlich im eigenen Fächerbereich liegt. Hier fehlen Statistikpunkte, dort IT-Kenntnisse oder Rechtsvorlesungen. Bei so vielen Hürden kommt man gar nicht auf die Idee, dass es tatsächlich Masterstudiengänge gibt, die sich explizit an Quereinsteiger richten. Aber genauso einen gibt es auch an der Uni Bamberg: Computing in the Humanities heißt der Studiengang.

Es ist ein Master in Informatik, der sich aber explizit an Absolventen aus der Human-, Geistes- und Kulturwissenschaften richtet. Willkommen sind ausdrücklich Fachfremde, die keine Vorkenntnisse in Informatik mitbringen. Nach vier Semestern Regelstudienzeit kann man sich dann mit dem Titel Master of Science schmücken.

Olga Yanenko von der Fachstudienberatung CitH betont ebenfalls ausdrücklich, dass sich der Master an Absolvent*innen ohne oder mit geringen Mathe- und Informatikkenntnissen richtet: „Man beginnt wirklich ganz von vorne“. Allen die dennoch unsicher sind, rät sie einen Blick in vergangene Einführungsveranstaltungen wie Informatik und Programmierkurs für Kulturwissenschaften. Und wer sich noch intensiver vorbereiten will, der könne zusätzlich noch einen Mathe-Vorkurs während der Semesterferien belegen.

Ziel des Masters ist es, interdisziplinär auszubilden und die bereits erlernten Fähigkeiten aus dem Bachelorstudium nun mit neuem Wissen und Denkstrukturen der Informatik zu verknüpfen und zwischen zwei Fachsichten vermitteln.

Erst die Grundlagen, dann Spezialisierung auf eine Fachrichtung

Der Studiengang ist dreigliedrig aufgebaut: Zum einen gibt es für alle Studierenden ein Grundlagenstudium der Informatik und Angewandten Informatik. Dort werden Veranstaltungen angeboten wie Programmierkurse für Kulturwissenschaften, Einführungen in die Datenbanksysteme und Rechner- und Betriebssysteme – oder auch Mathematik für die Informatik.

Die zweite Säule stellt der Bereich Fachstudium Computing in the Humanities. Hier kann sich jeder nach seinen eigenen Vorstellungen und Interessen spezialisieren.  Dabei stehen vier Fachrichtungen zur Auswahl, die aus der Perspektive der human-, kultur-, und geisteswissenschaftlichen Studierenden von besonders hohem Interesse sind: Kognitive Systeme, Kulturinformatik, Medieninformatik oder Mensch-Computer-Interaktion. Eine praxisorientiertere Phase stellt der dritte Block dar, in dem die Studierenden an Seminaren und Projekten teilnehmen.

CitH hat ein deutschlandweit einmaliges Profil

Damit jeder genau auf seinem Niveau startet, wird nochmal unterteilt je nach Vorkenntnissen (daran gemessen, ob man während seines Bachelorstudiengangs bereits ECTS in Informatik belegt hat). Mit Abstand am besten angenommen wird aber die Modulversion für alle ohne IT-Wissen: „Ca. 90 Prozent fangen in Profil 1 an, also ohne Vorkenntnisse, die restlichen 10 Prozent hatten Informatik im Nebenfach (30 oder 45 ECTS)“, gibt Yanenko einen Einblick in die Zahlen.

Insgesamt wird der Studiengang sehr gut angenommen, seit der Einführung im Jahr 2010 steigt das Interesse stetig. Zudem sei das Einzugsgebiet größer als bei den meisten anderen Studiengängen der Uni Bamberg, „was für die Einmaligkeit des Studiengangs spricht“, meint Yanenko.

Das erste Semester ist hart, „danach geht es aber in der Regel bergauf"

Wer trotzdem Angst hat, er könne den Umstieg von Geisteswissenschaften zur Informatik nicht bewältigen, den beruhigt Yanenko: „Jeder ist für Informatik geeignet, wenn er die passende Motivation mitbringt.“ Und auch die Statistik spricht für CitH: „Es brechen nur wenige ab, generell sind die Studierenden sehr zufrieden. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Die größte Hürde ist das erste Semester, in dem die Studierenden sich erstmal an die neue Struktur und Denkweise gewöhnen müssen. Hier schaffen nur die wenigsten die vollen 30 ECTS, danach geht es aber in der Regel bergauf.“

Die Bewerbungs- und Zulassungsvoraussetzungen sind dabei so gehalten, dass möglichst viele einen Zugang bekommen können. Es ist möglich, sich durchgehend bis zum Einschreibeschluss des jeweiligen Semesters zu bewerben.

Hier gibt es weitere Infos zum Studiengang
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