07.02.2023Startups

Eine Spendenplattform für Spendende: Cordial Credit

© Jürgen Schabel

Was für eine tolle Nachricht aus 2022: 16 Millionen Deutsche haben im vergangenen Jahr laut dem Deutschen Spendenrat e.V. 3,8 Milliarden Euro gespendet. Und um genau diese großzügigen Menschen wollen sich Teddy Lange und Krzysiek Heród kümmern. Sie bauen gerade eine Spendenplattform für Spendende auf und sind dabei erst einmal auf eines angewiesen: Spenden. Was genau die beiden Gründer vorhaben, wie sie dieses Projekt realisieren wollen und warum ausgerechnet die Faszination für Schieberegler einen entscheidenden Einfluss hatte, erfährst Du hier in unserem Artikel über Cordial Credit.

Eine Organisation heraussuchen, Geld überweisen, Quittung erhalten: Das ist heutzutage meist der Ablauf eines Spendenprozesses. So einfach, so benutzerunfreundlich. Denn eine regelmäßige Unterstützung verschiedener Organisationen ist umständlich und einen Gesamt-Überblick über derartige Ausgaben muss man sich selbst zusammenstellen. Trotz der enormen Spendenbereitschaft der Deutschen wurden Bedürfnisse der Spendenden nicht berücksichtigt. Bis jetzt!

„Wir wollen sicherstellen, dass Spenden einfach ist und einfach Spaß macht.“

Teddy Lange und Krzysiek Heród sind dabei eine einfache, transparente und individuelle Spendenplattform zu erstellen, die die gesamte Spendenkultur revolutioniert. Statt die Verantwortung, Geld zu bekommen, bei Nonprofit-Organisationen zu belassen, haben es die Gebenden nämlich selbst in der Hand. „Wir drehen die Perspektive. Wir fokussieren 100 Prozent darauf, Spendende zu empowern Verantwortung zu übernehmen und dabei Spaß zu haben“, so Teddy.

Griechenland

Die Idee kam ihnen in einem Hotelzimmer in den Bergen Griechenlands. Sie sprachen stundenlang über Herzensprojekte, Träume und Technologien mit dem Ergebnis: Teddy möchte Menschen empowern, Krzysiek seine Passion für Open-Source und Community-Building Technologien leben und beide sind fasziniert von Slidern, also digitalen Schiebereglern. Außerdem kamen die Gründer auf den Konsens, dass viele Menschen nicht spenden würden, weil der Prozess zu kompliziert sei. Und damit waren auch schon die Eckpunkte ihres zukünftigen Businesses abgesteckt: Eine Spendenplattform, bei der der:die Nutzer:in ein monatliches Budget festlegen kann und dieses Geld durch einen Slider flexibel an verschiedene gemeinnützigen Organisationen verteilt.

Polen

Das Cordial Credit Team verbindet aber mehr als die Vorliebe für Slider und den Drang zur Weltverbesserung. Sie kommen beide ursprünglich aus Polen. Krzysiek ist dort aufgewachsen. Nun ist der „Meisterentwickler“, wie Teddy so schön sagt, schon seit 15 Jahren Full-Stack Entwickler und hat den Code für Cordial Credit geschrieben. Teddy kam mit drei Jahren nach Bremen, hat Chemie und BWL in Düsseldorf sowie Public Policy in Harvard studiert. Er hat über fünf Jahre Gründungserfahrung in Projekten in Deutschland, den USA und Kanada gesammelt. Kennengelernt haben sie sich schließlich über einen gemeinsamen Freund und bei einem ersten gemeinsamen Projekt in Bamberg.

Bamberg

Dieses Gründungsprojekt lautete: Communicaite. Die Idee kam von Sebastian Dürr. Es ging darum, mit Künstlicher Intelligenz Menschen in der Kommunikation, konkret durch automatisiertes Schreiben personalisierte Nachrichten, zu unterstützen. Zwei Jahre lang arbeiteten Krzysiek, Teddy und Sebastian mit der Unterstützung des Büros für Innovation und Gründung (BIG) der Universität Bamberg an der Idee, bevor sie auseinandergingen, um „den Mehrwert für die Welt zu kreieren, der uns individuell wichtig ist“, erklärt Teddy. Sebastian arbeitet nun an einer Abwandlung der Technologie, während Krzysiek und Teddy sich „mit ganzem Herzen“ auf Cordial Credit fokussieren. Aber auch sie stehen weiterhin in sehr gutem Kontakt zum BIG, das „einen fabelhaften Job im Unterstützen von Gründenden leistet“, lobt Teddy.

Die ganze Welt

Der Bedarf ist geklärt, das Ziel vor Augen, der Code programmiert: Was Corcial Credit jetzt noch fehlt, ist das nötige Startkapital, um die Vision zu realisieren. Deswegen sammeln die Gründer mit einer Crowdfunding-Kampagne nun erstmal Spenden für ihre Spendenplattform. Für unter anderem Gehälter, Reisen, Buchhaltung und Steuern brauchen die Zwei etwa 50.000 Euro. Wie es dann weitergeht und welche Schritte zu gehen sind, erzählt uns Teddy folgendermaßen:

Das Dashboard der AppDas Dashboard der App1. Launch: Das Produkt ist fertig, wir warten nur noch auf die Finalisierung der Gründung. Während man in Deutschland sehr leicht Unternehmen mit Profitorientierung gründen kann, arbeiten wir seit vier Monaten mit Anwälten und dem Finanzamt zusammen, um unsere Gemeinnützigkeit zu erlangen. Mit Erteilung der Gemeinnützigkeit launchen wir, wenn es klappt, im Februar oder März.

2. Real-World-Testing: Im nächsten Schritt werden die Menschen auf unserer Early-Bird-Liste kontaktiert. Sie können dann über Cordial Credit spenden und uns Feedback geben, wie wir die App noch besser machen können.

3. Organisches Wachstum: Wir könnten zwar ein Investment aufnehmen, aber wir wollen unsere Unabhängigkeit und Gemeinnützigkeit bewahren. Bei Cordial Credit kommen die Bedürfnisse von Spendenden an erster Stelle, nicht die von Investoren oder Nonprofits. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, organisch zu wachsen und keine großen Summen in Marketing zu stecken.

4. Langfristige Vision: Krzysiek und ich wollen ein gemeinnütziges Unternehmen gründen, das nachhaltig und langfristig Mehrwert kreiert. Wir gehören nicht zu den Gründenden, die auf schnelles Wachstum und profitablen Exit aus sind. Wir starten in Deutschland und langfristig möchten wir Spenden zu einer coolen Gewohnheit auf der ganzen Welt machen. Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen sich mit den Liebsten am Küchentisch über Nonprofits unterhalten, sich online mit Organisationen austauschen und innerhalb von Sekunden ihre Spenden anpassen können. Spenden soll Spaß machen!

 

Wenn Du die Idee super findest und Cordial Credit unterstützen möchtest, kommst Du hier direkt zu Crowdfunding-Kampagne.

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