20.02.2021Portraits

Ein Mann und 300 Freizeitparks

Foto: Chris Deusel

„Der neuste Schrei ist, mit Mund-Nasenschutz Achterbahn zu fahren“, gibt Thomas Frank grinsend als Antwort auf die Frage nach den aktuellen Trends in der Welt der Freizeitparks. Diese Welt ist ein eigener Kosmos und die Nische samt Community größer als man als Außenstehende*r denkt. Und Thomas ist mittendrin. Von Bamberg aus betreibt er das größte Online Magazin Deutschlands zum Thema Freizeitparks: parkerlebnis.de.

Am 21. Januar 2013 stellte er dort den ersten Beitrag online – auf seinem damals privaten und nebenbei geführten Blog. Die Leidenschaft zu Freizeitparks hatte er schon in der Kindheit entdeckt – mit der Familie machte er öfter Ausflüge in die namenhaften Parks Deutschlands. Thomas ist in Bamberg aufgewachsen und zur Schule gegangen. „Damals war ich ein kleiner Nerd, mit 13 habe ich meine erste Internetseite ins Netz gestellt“, erzählt er, „ich war ein leidenschaftlicher Zocker, brachte mir selbst PHP, HTML und so weiter bei.“ Deshalb wurde ihm das Gymnasium irgendwann auch zu langatmig, er wollte arbeiten und beendete die Schulkarriere frühzeitig, um eine Ausbildung als Kaufmann für Marketingkommunikation in Aalen zu starten.

Danach rekrutierte ihn ein Browserspieleentwickler. Damals wurde eine Simulation für Rollercoaster entwickelt und Thomas kam deshalb auch wieder mit Freizeitparks in Berührung – seine alte Liebe flammte auf und er startete den Blog: „Ich wollte das einfach ausprobieren und jetzt probiere ich schon seit sieben Jahren“, fasst er seine persönliche Achterbahnfahrt zusammen.

Collage: ParkerlebnisCollage: Parkerlebnis

Freizeitparks - ein unterschätztes Hobby

Der Start sei zwar sehr holprig gewesen, aber nach zwei Jahren lief es und Parkerlebnis wurde zum Ansprechpartner Nummer eins, wenn es um die Neuigkeiten zu Freizeitparks in Mitteleuropa geht. Auf der Facebookseite von Parkerlebnis kann man am besten das Ausmaß seiner Bekanntheit erahnen: über 68 000 Follower*innen und ein sehr reger Austausch unter den Postings. Als Außenstehende*r fragt man sich vielleicht, wie viel denn überhaupt in der Szene passiert, als dass dort täglich Berichte erscheinen und ein Team aus aktuell sieben Mitarbeiter*innen daran mitwirken?

Dieses Vorurteil kennt Thomas, räumt es aber schnell aus dem Weg: Es gibt über 300 Parks in Europa, 100 davon in Deutschland, das spricht schon für sich. Sie alle werden in der eigenen Datenbank von Parkerlebnis verwaltet. Und dank jahrelanger Besuche in allen Parks, ist Thomas bestens vernetzt und weiß meist als erster Bescheid, wenn sich Neuigkeiten anbahnen – oft schon bevor die Pressemitteilungen an die Öffentlichkeit dringen.

Die Kernzielgruppe von Thomas Online Magazin sind Familien mit Kindern – das ist naheliegend. Aber auch „Freizeitpark-Ultras“ versorgt er mit essenziellen Infos. Wer sich in der Szene nicht so gut auskennt und sich wundert, weshalb Neuigkeiten von Parkerlebnis so schnell an die Community gebracht werden: Es gibt im Internet einen sogenannten Coaster Count, eine Art Strava, allerdings für Achterbahn- anstatt Sportliebende. Dort kann man dann eintragen, wenn man Achterbahn gefahren ist und der Coaster Count erhöht sich. Ein verrückter Wettbewerb hat sich dort etabliert, aktuell führt jemand mit 2890 Achterbahnfahrten. Manchen wird da vermutlich schon vom Hören flau im Magen. Aber es macht deutlich, weshalb Fans auf neue Attraktionen in den Freizeitparks warten.

Mit Virtual-Reality-Brillen in Pools plantschen?

Parkerlebnis finanziert sich nicht über den Spaß allein, sondern gerade hauptsächlich über Werbung. Das Ziel ist aber, eine All-In-One-Plattform zu etablieren, bei der man sich sowohl informieren und einlesen, dann aber auch gleich die Eintrittskarten und Unterkünfte buchen kann. Ein weiteres To-Do auf Thomas Liste ist die Entwicklung von der reinen Newsplattform hin zu mehr Hintergrundrecherchen und Reportagen – allgemeine Tipps und Tricks in den Parks oder beispielsweise die Vorstellung von traditionsreichen und familiengeführten Freizeitparks.

Neben dem notgedrungenen Trend, Masken in Achterbahnen aufzuziehen, geht die Entwicklung bei Freizeitparks seit Jahren in Richtung Virtual Reality. Nicht nur Achterbahnfahren durch unterschiedlichste Kulissen ist damit möglich, sondern auch Schnorcheln mit einer VR-Brille dürfte für die meisten ein neues verrücktes Abenteuer sein. Von diesem Trend ist Thomas wegen seines eigenen Lebenslaufs besonders angetan und man merkt, wie sehr er sich auf die Zukunft freut, „wenn die Welten miteinander verschmelzen“ – denn für ihn schließt sich dann der Kreis und seine Entwicklungs- und Gamingwelt wird eins mit der Welt der Achterbahnen und des Wasserspaß.

Parkerlebnis

Kronacher Str. 41, 96052 BambergGründungsjahr: 2013Mitarbeiter: 7
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